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USA 2000

Nach 12 Stunden Flugzeit wurden 82 Hersbrucker Musiker von einem Empfangskomitee unter der Leitung von Loni Williams am Flughafen von San Francisco begrüßt. Trotz der Müdigkeit und des einsetzenden Jetlags – Zeitverschiebung beträgt neun Stunden – waren die Chormitglieder gespannt auf eine andere Kultur, neue Menschen und den berühmten „American Way of Life“. Zwei Busse warteten auf Reisende und Gepäck, um die deutschen Besucher ins Gemeindehaus der Beth Eden Baptist Church in Oakland, einem Vorort von San Francisco, zu bringen.
Dort begrüßten die Gemeindemitglieder den „Sound of Joy“ mit einem warmen Buffet auf einer feierlich gedeckten Tafel. Spontan bedankte sich der Chor mit einem A-Capella Song bei den Köchinnen.
Im Anschluss wurden die Chormitglieder auf Gastfamilien verteilt. Schnell wurde klar, dass bei den amerikanischen Freunden nicht unbedingt europäische Regeln gelten, was die Organisation anbelangt.
Die meisten SängerInnen durften die erste Woche der Reise in sehr gastfreundlichen und sympathischen Familien verbringen. Leider war es der Gemeinde nicht geglückt, genügend „Hosts“ für den großen Chor zu finden, so dass ein Teil des Chores in einem Hotel übernachtete.
Der nächste Tag diente vor allem dem gegenseitigen Kennen lernen, sowie einer ersten Stadterkundung. Abends fanden sich Sänger und Bläser für ein erstes Konzert in der Twin Tower Methodist Church in Alameda ein. Im Heimatland des Gospels kamen auch Hersbrucker Töne gut an. Gleich beim ersten Lied riss der Chor das Publikum mit der Aufforderung „stand up, clap your hands“ aus den Kirchenbänken. Die Gemeinde hatte nach dem Konzert einen kleinen Empfang vorbereitet, bei dem die Chormitglieder typische amerikanische Spezialitäten kosteten, die auch für die nächsten zwei Wochen den Speiseplan dominierten: belegte Sandwiches, süße Muffins und Cookies mit Schokoladengeschmack.
Auf dem weiteren Programm standen dann das „Sea Life Aquarium“ in Monterrey und die Fahrt entlang des „17-Miles-Drive“.
Frischer Wind blies auch bei der „Cable Car“ – Fahrt am nächsten Morgen in San Francisco. Die Stadt steht auf einer Hügelkette, so dass auch das alte, eigens für den Chor angemietete Cable Car ständig bergauf und bergab fuhr. Die Besichtigung der zweitgrößten Hängebrücke der Welt, der „Golden Gate Bridge“, war ein besonderes Highlight für den Chor, der es sich nicht nehmen lies, die Brücke zu Fuß zu überqueren.
Der darauffolgende „Family Day“ stand ganz im Zeichen der Gastfamilie, an dem jede Familie ein eigenes Programm hatte und somit die Kontakte noch vertieft werden konnten.
Am Samstag widmeten sich die SängerInnen ganz dem Lob Gottes durch Gospels und Spirituals. In der Beth Eden Church hatten sich zum Workshop nicht nur die Mitglieder des „Sound of Joy“ eingefunden, sondern auch etliche SängerInnen aus umliegenden Gemeinden. Loni Wiilliams leitete den Workshop mit viel Durchsetzungsvermögen und Führungsstärke und konzentrierte sich dabei auf zum Teil fetzige Gospellieder mit deutschen und amerikanischen Solisten.
Chorleiter Bill Bell studierte mit den SängerInnen drei A-Capella Spirituals ein, die durch die Akustik der großen Kirchen einen sinnlichen Eindruck hinterließen.
Die Anstrengungen hatten sich gelohnt: vor einem begeisterten Publikum boten der Chor und die Bläser am Abend ein zweistündiges Programm, das von einem lokalen Fernsehsender live übertragen wurde. Im Anschluss an das mehr als gelungene Konzert bedankte sich KMD Karl Schmidt bei der zu Tränen gerührten Loni Williams für die Einladung nach Amerika.
Am Sonntag gestalteten die Hersbrucker gleich zwei Gottesdienste mit aus. Eine in der Downs Memorial Methodist Church sehr temperamentvoll vorgetragene Predigt, zu der sich die Gläubigen selbst während des Vortrags äußerten, mit lautstarken Bekundungen der Zustimmung „AMEN“ und des Lobpreises „HALLELUJA“, was für den deutschen Chor bisher unbekannt war. Auch der über zweistündige Gottesdienst in der Beth Eden Church war neu. Die Chormitglieder feierten gemeinsam mit den Gastgebern das Abendmahl. Am Abend sang der „Sound of Joy“ wieder sein eigenes Programm, diesmal in der Taylor Memorial Methodist Church.
Im Anschluss an diese arbeitsreiche Woche, verlebte der Chor noch ein paar schöne Tage beim Sightseeing in Las Vegas, am Grand Canyon und in Los Angeles. Das dort geplante Abschlusskonzert wurde zum großen Bedauern des Chores von der amerikanischen Kirchengemeinde aus organisatorischen Gründen abgesagt. Zusammenfassend lässt sich sagen: Für die amerikanischen Gastgeber brachte die Begegnung mit den Europäern Gelegenheit Freundschaften zu knüpfen – für den Gospelchor neben der Freundschaft auch noch wertvolle Erfahrungen, wie amerikanischer Gospel im Ursprungsland interpretiert wird.