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Kanada 1996

Mitte August trat der Gospelchor Hersbruck endlich seine schon lange geplante und gut organisierte Kanadareise an. Durch die vorangegangenen Reisen des Gospelchors war die Organisation für Internationale Kontakte in Bonn auf den Chor aufmerksam geworden und lud diesen zu einer Konzerttournee durch den Osten Kanadas ein. An der Reise nahmen 70 der 98 Chormitglieder teil. Schon beim Abschiedskonzert im Juli, das dieses Mal vor der Hersbrucker Stadtkirche stattfand und bei dem der Chor sein vielseitiges Repertoire an geistlicher, weltlicher und volkstümlicher Musik sowie auch Blasmusik vorstellte, wurden alle Teilnehmer endgültig vom Reisefieber ergriffen. Versehen mit den besten Segenswünschen von Dekan Grünwald, sah der Chor der bevorstehenden Konzertreise zuversichtlich entgegen. Mit der im Mai 1996 aufgenommenen CD „Power“, die auch bei den Kanadiern großen Anklang finden sollte, und der von der Firma Quelle gesponserten einheitlichen Konzertkleidung im Gepäck stieg man am 14. August in das Flugzeug von Frankfurt nach Toronto. Zwei wundervolle Wochen begannen.
Nach der Ankunft und dem ersten Zusammentreffen mit der Reisebegleiterin Elaine, die den Chor während der nächsten zwei Wochen begleitete, bestiegen die Musiker die bereitstehenden Busse nach Owen Sound. Bereits auf der dreistündigen Fahrt bekam man einen ersten Eindruck von der unendlichen Weite dieses Landes, von dessen Gesamtfläche nur etwa acht Prozent bewohnt sind. In Owen Sound angekommen, erwartete den Chor schon der herzliche Empfang der Gastfamilien, bei denen die Reiseteilnehmer drei schöne Tage verlebten.
Das erste Konzert – in der Bibliothek von Collingwood – wurde vor allem von den überraschend vielen, einst nach Kanada ausgewanderten Deutschen, die sogar bei den Volksliedern mitsangen, begeistert aufgenommen. Am nächsten Tag führte ein Ausflug auf die Flower Pot Island, einem Teil des Flathorn Five National Parks. Mit einem Abschlusskonzert in der St. Georges Anglican Church von Owen Sound bedankte sich der Chor für die große Gastfreundschaft der Gastfamilien. Die Weiterfahrt nach Ottawa am nächsten Tag führte durch den Algonquin Park. In Ottawa angekommen, beendete man den Tag mit einem gemeinsamen Spare Ribs – Essen in einem traditionell kanadischen Restaurant. Beim Auftritt auf der Canadian Central Exhibition, in einem Eishockeystadion, anlässlich des Senior´s Day sang der Chor vor allem für die älteren Generation.
Anlässlich eines A-capella Konzerts in der Rotunde des Parlaments wurde der Chor durch den Vertreter des deutschen Botschafters in Kanada willkommen geheißen. In seiner Begrüßungsansprache lobte er die Arbeit der Sänger als musikalische Botschafter und sprach ihnen seine Anerkennung für das Engagement im Zeichen der Völkerverständigung aus. Karl Schmidt bedankte sich im Gegenzug für den herzlichen Empfang und überreichte im Namen des Chores einige Gastgeschenke. Im Anschluss an den Empfang sahen sich die Hersbrucker die Wachablösung vor dem Parlamentsgebäude an, die zu ihrem Erstaunen dem Zeremoniell vor dem Buckingham Palace entsprach. Der letzte Abend in Ottawa wurde in Fulton´s Pancake Sugar Bush Restaurant bei Pancakes mit Ahornsirup und Squaredance unter kanadischer Anleitung verbracht. Über Kingston, wo der Gospelchor das Old Fort Henry besichtigte, ging es am nächsten Tag weiter nach Toronto wo der Chor erneut die Gastfreundschaft kanadischer Familien genießen durfte. Am folgenden Tag stand eine Erkundung Torontos mit sightseeing und shopping auf dem Programm.
Eine ganz neue Erfahrung war der Fernsehauftritt in der Sendung „gospel hour“. Nach der Ankunft bei den „100 Huntley Street Broadcasting Studios“ ging es zuerst einmal in die Maske und danach in das Studio mit den vielen Scheinwerfern und Kameras. Die Aufmachung erinnerte mehr an eine „Daily Saop“, als an eine Sendung mit christlichem Inhalt und erlaubte einen interessanten Einblick in die amerikanische Art mit religiösen Gefühlen von Fernsehzuschauern Geschäfte zu machen (Thema: „When does the healing beginn?“ – Werbeblock: „Bitte spenden Sie für dem Fernsehsender, Kontonummer…“).
Nächste Station waren die Niagarafälle. Den Sonntagsgottesdienst mit Abendmahl feierten Deutsche und Kanadier zusammen in der St. Paul´s Evangelical Lutheran Church von Niagara Falls. Die fröhliche Atmosphäre in der Gemeinde gab gleich das Gefühl der Zugehörigkeit. Dass die Freude an den Darbietungen des Chors auch bei der Gemeinde groß war, zeigte sich bei einem kleinen spontanen Konzert im Anschluss an den Gottesdienst. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Gemeindehaus brach die Gruppe dann zu den Niagarafällen auf. Hier stand am Nachmittag eine Fahrt entlang des Niagara River nach Niagara on the Lake, einem idyllisch gelegenen kleinen Städtchen am Ufer des Flusses auf dem Programm.
Am Abreisetage genoss die Gruppe abschließend noch eine Bootsfahrt mit der „Maid of the Mist“ direkt bis zu den Wasserfällen – so nahe heran, dass man die Gischt der tosenden Wassermassen im Gesicht spüren konnte. Mit dem Bus ging es zum Flughafen nach Toronto, wo die Gruppe das Flugzeug nach Frankfurt/M. bestieg.