“Oldies but Goldies”: Blues vs. Discofieber

Der Gospelchor  „Sound of Joy“ hat sich zurückgemeldet. Laut. Stark. Unter dem Motto „Oldies but Goldies“ gaben KMD Karl Schmidt und sein Chorensemble zwei Tage vor Sommerbeginn ihr erstes Konzertdebüt in diesem Jahr. Unterstützung gab es neben der Band und den Blechbläsern der Selneckerkantorei vom Saxophonquartett des MTV Hersbruck. Sänger und Bläser boten im Wechsel ein buntes Programm.

Entsprechend des ersten Titels war der Gospelchor kaum zu stoppen und legte mit dem 70er-Jahre-Hit Don’t stop der britisch-US-amerikanischen Rockband Fleetwood Mac die musikalische Messlatte gleich zu Beginn hoch. Mit Totos Africa und Dusty Springfields Son of a Preacher Man knüpften gleich die nächsten Welthits an. Bei letzterem standen die Solosängerinnen Sandra Härtl und Sonja Zeitler der einstigen White Queen of Soul in nichts nach und sangen die Zeilen genauso kraftvoll ins Mikro.

Nach dem schwungvollen Start füllte das Saxophonquartett um Stefan Frank die proppenvolle Stadtkirche mit Jazzklängen aus den späten 1920ern und frühen 50ern: Puttin‘ on the ritz von Irving Berlin und Petite fleur von Sidney Bechet – eine Schmeichelei für die Ohren. Ebenso Mozarts muntere Kleine Nachtmusik.

 

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Anschließend sorgte der Gospelchor mit Robbie Williams und Joe Cocker für jede Menge Romantik und ließen sogar Freddie Mercury wiederaufleben. Bei Somebody to love schmetterte Sonja Fritsch mit Unterstützung von Sonja Zeitler ihr erstes Solo ins Mikro – eine gelungene Premiere. Doch drei Schnulzen sind nicht genug: Die vier Saxofonisten legten mit What a wonderful World noch eins obendrauf, bevor sie Zuhörer mit auf Reise in die Goldenen 20er und die 30er Jahre der Comedian Harmonists nahmen.

Aber was wäre „Oldies but Goldies“ ohne Blues und Rock ´n´ Roll? Dass beides wunderbar zusammenpasst, bewiesen die rund 80 Sängerinnen und Sänger mit einem abwechslungsreichen Medley bestehend aus Hits des Albums Briefcase Full of Blues der legendären Blues Brothers und dem Klassiker Do you love me von den Counters. Alles Stücke, die Lust auf Tanzen machen. Und das war deutlich zu spüren, denn es kam ordentlich Bewegung in die Kirchenbänke und auf die Emporen.

Die Zuhörer kamen nicht mehr aus dem Klatschen heraus. Kein Wunder, denn an das Medley reihte sich das nächste Highlight: Saxophonquartett, Band und Bläserensemble zusammen steigerten die Stimmung noch einmal mit Hits wie Route 66 und lockten den Zuhörern ein einstimmiges Tequila hervor.

Zum Finale holte KMD Karl Schmidt mit Disco Fever das nächste Medley aus seinem Repertoire: Stayin‘ Alive, Disco Inferno, It’s raining men, Celebration, Turn the Beat Around. Neu dagegen das letzte und auch jüngste Stück: Mit Shut up and dance tönte kein Oldie, aber ein wahrlicher Goldie aus dem Chorraum. Mit dem Gute-Laune-Lied von 2014 war der Ohrwurm vorprogrammiert. Vielleicht auch, weil der Gospelchor nach der Zugabe (At the hop und Mamma Mia) noch einmal zu dem Hit anstimmte – und die Zuhörer mit Freude in den Gesichtern in den späten Abend entließ. Damit macht er seinem Namen „Sound of Joy“ alle Ehre.